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Ein Irish Wolfhound in Not: Paules Kreuzbandriss
Es war Anfang Januar 2006 als Paule plötzlich zitternd neben mir stand. Ich wollte eigentlich Paule und Cessy 'zum Schlafen Legen'. Paule war aber sehr nervös, zitterte am ganzen Leib und suchte unablässig meine Nähe. Wir vermuteten eine Magendrehung und unternahmen alles, einen Notdienst zu finden.
Nur in Giessen war jemand erreichbar. Daher machten wir uns mitten in der Nacht auf den - eine Stunde dauernden - Weg!
Zum Glück war es keine Magendrehung. Dies wurde durch Röntgen der inneren Organe klar. Paule hatte leicht erhöhte Temperatur und bekam vorsichtshalber ein Antibiotikum.
Wir haben ihn die Nacht über da gelassen, damit er am nächsten Tag in der 'Inneren' genauer untersucht wird. EKG, Blut- und Urinuntersuchung zeigten aber keine besonderen Auffälligkeiten. Das einzige waren Phosphatkristalle im Urin. Dies wurde der 'Aufhänger' für die weitere Abklärung!
Aus Giessen zurück erschien Paule zunächst unauffällig und schien sich wieder wohl zu fühlen:

Er bekam aber vorsichtshalber weiter Antibiotika und reagierte nach einiger Zeit mit Erbrechen und Durchfall. Gleichzeitig zeigte er Symptome einer Erkältung. Der heimische Hausarzt war der Meinung,, dass nur eine strikte Diät das einzig Sinnvolle sei, um die Phosphatkristalle im Urin zu beseitigen.
Das Trockenfutter, welches der Tierarzt verschrieben und verkauft hatte, haben weder Cessy noch Paule gefressen. Es hat also auf jeden Fall nicht geschmeckt, war aber sehr teuer!
Das Argument des Tierarztes: "Wenn Sie Ihm nichts anderes geben, wird er es irgendwann fressen.", kann ich nur insoweit nachvollziehen, dass ich mich auch von trockenem Brot ernähren würde, wenn ich nichts anderes zur Verfügung hätte. Das aber halte ich für unnötige Tierquälerei.
Mitte Februar konnten wir feststellen, dass die Ursache für die Phosphatkristalle keine Krankheit sondern die Ernährung mit Trockenfutter war. Nachdem wir Paule einige Tage mit feuchtem (selbstgekochtem) Futter ernährt hatten, war der Urin völlig in Ordnung. Der Tierarzt: "Was haben Sie denn mit dem Hund gemacht?".
Wir haben daraus zumindest gelernt, dass Trockenfutter immer(!) eingeweicht werden muss!
Dann begann Paule auf einmal auf dem Rückweg vom Spaziergang langsamer zu gehen. Während des Spaziergangs fiel uns auf, dass ihm der Speichel aus dem Maul lief. Anfangs hielten wir das für eine Erkältung. Heute denke ich, dass ihn einfach das Gehen so sehr anstrengte und er dadurch ins Schwitzen kam.
Das wurde immer schlimmer. Der Weg,, den Paule noch gehen konnte, wurde immer kürzer. Kurz vor unserem Urlaub in Sankt Peter-Ording sind wir dann mit Paule in die Klinik (Tierärztliche Klinik, Dr. Lothar Datan) gefahren. Dort wurde Paule geröntgt. Als zweifelsfreie Diagnose ergab sich ein Riss des Kreuzbandes im rechten Knie. Genau genommen hing es in Fetzen.
Da Dr. Datan der Meinung war, dass die notwendige Operation noch zwei Wochen warten könnte, fuhren wir am Samstag in den Urlaub. Am Freitag hatte der Hausarzt Paule noch ein Schmerzmittel gespritzt und uns Mobec-Tabletten mitgegeben, die wir ihm täglich geben sollten. Angekommen in Sankt Peter-Ording konnte Paule praktisch gar nicht mehr laufen, da ihm die Hinterbeine immer wieder den Dienst versagten. Auch der Appetit war auf einmal schlecht und der Hund wirkte wie benommen. Dazu kamen dann auch noch Übelkeit und Erbrechen.
Wirklich Spaß hatten wir im Urlaub nicht. Paule hatte das Meer praktisch vor der Nase und konnte nicht über den Deich, um es zu sehen. Wir litten mit Paule.

Cessy: "Paule, warum kannst Du denn nicht mehr laufen?"
Am Mittwoch rief ich Dr. Datan an und fragte Ihn, ob man die Tabletten nicht besser absetzen soll. Inzwischen wusste ich um die möglichen Nebenwirkungen von Mobec. Dr. Datan unterstützte den Vorschlag, die Tabletten wegzulassen.
Irish Wolfhounds reagieren offensichtlich nicht nur empfindlich auf Narkosemittel sondern auf alle Arten von Medikamenten. Jedenfalls erholte sich Paule nach Weglassen der Mobec-Tabletten ersichtlich. Wir waren froh, als er am Freitag das erste mal ums ganze Haus gehen konnte. Ausserdem hatte Paule an diesem Freitag das erste mal Stuhlgang in dieser Woche. Davor hat er zwar versucht, ein Geschäft zu machen, war aber jedes Mal, wenn er in die Hocke ging,, wegen der schwachen Beine einfach auf den Hintern geplumpst.
Weiterhin hatte ich mit Dr. Datan vereinbart, dass Paule am Montag operiert wird. Daher brachen wir den Urlaub am Sonntag ab und fuhren in dichtem Schneegestöber nach Hause.
Zu Hause angekommen konnte sich Paule wieder keine paar Sekunden auf den Beinen halten. Ich vermute, dass es am Auto liegt. Wir haben zwar einen Landcruiser aber die Ladekante ist stattliche 83 cm hoch und die Innenraumhöhe beträgt nur 105 cm. Ich nehme an, dass Paule im Auto, wenn er sich aufrichtet, nur gebückt steht, was sehr auf die Knie geht und sehr viel Kraft kostet. Daher werden wir uns von dem Landcruiser trennen und auf ein Auto wie den Renault Trafic umsteigen.
Am Montag mussten wir Paule in die Klinik bringen. Wir hatten dafür einen Tiertransporter angeheuert, weil wir nicht wussten, wie wir Paule zu zweit in den Landcruiser bringen sollten. Cessy nahmen wir mit und entgegen aller Vorschriften nahm auch Frauchen in dem Pferdeanhänger Platz. Wäre Frauchen nicht mit im Hänger gewesen, hätten die Hunde in der ungewohnten Umgebung völlig durchgedreht. Wir blieben noch bei Paule in der Klinik, bis die Narkose eingeleitet war. Dann fuhren wir schweren Herzens nach Hause.
Am Dienstag durften wir Paule aus der Klinik abholen. Kaum stand Tina am Empfang und erklärte, wer wir sind und was wir wollen, ertönte aus dem Hintergrund ein klägliches herzzerreißendes Jaulen. Tina rannte sofort hin. Es war Paule. Er war in einem kleinen gekachelten Raum untergebracht. Das schlimmste aber war der Plastikkragen, den er umhatte. Den haben wir ihm zuerst abgenommen und ihn beruhigt, was ca. 15 Minuten in Anspruch nahm. Dann trugen wir ihn mit Hilfe von Dr. Datan und seinen Mitarbeitern ins Auto, wo er noch zwei Spritzen bekam.
Wir sind Dr. Datan sehr dankbar für seine präzise Diagnose und die Umsetzung. Auch dem Team der Mitarbeiter danken wir herzlich für die zuvorkommende Behandlung.
Hätten wir das mit dem Kragen und Paules Panik gewusst, hätten wir sicher versucht, ihn früher abzuholen. Es ist klar, dass man dies im Tagesbetrieb einer Klinik gar nicht anders regeln kann.
Schon auf dem Weg nach Hause bemerkten wir, dass es Paule wesentlich besser geht. Wir hatten extra jemand bestellt, der uns helfen sollte, den kranken Hund aus dem Auto zu heben. Das war jetzt gar nicht mehr nötig.
Die weitere Nachsorge erfolgt ohne Plastikkragen. Frauchen hat Paule einen Verband gebastelt, damit er nicht an seine Narbe kommt.

Dienstag, 7. März, 2006
Die Technik wird kontinuierlich verbessert:

Mittwoch, 8. März, 2006
Paulchen entwickelt auch schon wieder einen Riesenappetit. Er isst gerne im Stehen. Jetzt isst er noch schneller als früher, damit er mit Essen fertig ist, bevor ihn die Schmerzen zwingen, sich hinzulegen. Wenn das passiert, nehmen wir den Napf aus dem Gestell und lassen ihn im Liegen fertig essen. Ein Irish Wolfhound wie Paule hat aber seinen Stolz. Es passt ihm nicht!
Er ist trotz allem wieder guter Dinge und wir sind froh, dass es nichts schlimmeres war mit seiner Krankheit. Natürlich wird es noch fast ein halbes Jahr dauern, bis Paule wieder richtig gehen kann.
Treppensteigen ist im Moment strengsten verboten. Deshalb sind die Treppen innen und außen gnadenlos gesperrt.

Samstag, 11.3.2006
Heute musste mal wieder der Verband gewechselt werden. Paulchen mag das gar nicht, weil es ziepst.

Tina hat im Supermarkt einen speziellen Knieschützer von Hansaplast entdeckt. Diesen hat Paule jetzt an:

Paule wird von Tag zu Tag wieder aktiver! Wir müssen sehr aufpassen, dass er sich nicht zu viel bewegt; denn er will überall mit hin und an allem teilnehmen. Aber das geht noch nicht. Besonders schwer ist es, wenn Tina mit Cessy spazieren geht und Paule mit mir im Haus bleiben muss. Aber wenn dann die 'Herde' wieder zusammen ist, ist Paule ganz entspannt und freut sich, dass er dazugehört.

Gestern wurden bei Paule die Fäden gezogen. Die Wunde scheint sehr gut verheilt zu sein.

Auch sonst geht es Paule schon viel besser. Sein Blick ist schon wieder fast der alte. Und Hunger hat er auch wieder.

Es hat sich gezeigt, dass die Nachsorge ohne Kragen funktioniert. Aber diese Vorgehensweise erfordert viel Disziplin bei Frauchen, Herrchen und dem Hund, der - zumindest tagsüber - nie länger ohne Aufsicht sein darf. Dennoch ist Paule heute in der Lage, jeden Verband innerhalb von maximal 15 Minuten zu beseitigen. Anfangs lag dieser Wert bei drei Stunden. Aber jetzt, da die Fäden weg sind, juckt die Wunde nicht mehr so arg, und wir versuchen es ab jetzt ohne Verband.
Es gab aber auch Rückschläge, die nicht direkt mit dem Kreuzbandriss zu tun haben. Am Donnerstag dachten wir, Paule liegt im Sterben, so elend war Ihm. Er hatte gekotzt und bewegte sich nicht mehr von der Stelle. Wir hatten den TA gerufen und der stellte Schmerzen an der Blase fest, konnte aber keinen genaueren Befund ermitteln. Eine Urin-Probe am Freitag ergab zwar einen leicht erhöhten Ph-Wert und wenige Phosphat-Kristalle aber ansonsten nichts besonderes. Inzwischen glauben wir, dass das irgendwie mit der Ernährung zusammenhängt. Er trinkt auch sehr wenig, weil er offenbar 'zu faul' dazu ist. Nein, das Bein tut ihm weh und er vermeidet unnötige Anstrengungen.
Deshalb bekommt Paule seit Freitag mehr Flüssigkeit in die Nahrung und seitdem geht es besser. Tina denkt sich tolle Rezepte aus z.B. gebackene Leber in Haferschleim. Mich könnte man damit jagen aber Paulchen schmeckt es!
Auch das Reha Programm ist angelaufen. Wenn Tina mit Cessy Spazieren geht, warte ich bis kurz bevor sie zurück kommen und gehe ihnen mit Paule entgegen. Paule hat die Regeln inzwischen kapiert und freut sich riesig, wenn ich die Jacke anziehe. Dann hat er sein lahmes Bein und die Schmerzen völlig vergessen und zieht an der Leine wie in alten Zeiten, wenn ich das so sagen darf (schließlich ist er ja ein junger Hund).
Allerdings zeigt sich bereits nach wenigen hundert Metern (150 m), dass da doch noch etwas ist, und wir machen eine Pause, bis Frauchen mit Cessy auftaucht. Wir haben uns für die täglichen Ausgänge Merkpunkte bestimmt. Einer ist die Bank, wo der Wald beginnt. Das sind etwa 80 m, und das haben wir am Samstag geschafft. Der zweite Punkt ist die kleine Kapelle am Friedhof. Das sind ca. 300 m, und das wollen wir am Wochenende schaffen. Wir verlängern die Gänge jeden Tag um etwa 30 m, um Paule langsam wieder an die Belastung zu gewöhnen. Wie beim Menschen bedarf die Reha einer großen Geduld aber die Erfolge sind dann eine schöne Belohnung!
Als der TA gestern da war, hat er vorgeschlagen, dem Paule Anabolika zu spritzen, damit sich die Muskeln schneller aufbauen. Das kann ich nicht so schnell entscheiden und werde mir erstmal die Auskunft anderer Fachleute einholen.
Inzwischen haben wir - Danke für die Unterstützung von Elona und Freunden - entschieden, dass da nichts 'anabolisiert' wird.
Paule macht Fortschritte aber es geht viel langsamer, als ich es erwartet habe. Mehr als 250 m an einem Stück können wir noch immer nicht gehen und deshalb hat Paule die kleine Kapelle noch immer nicht erreicht. Den Hinweg würden wir vielleicht schaffen aber den Rückweg nicht. Denn der Rückweg führt bergab und da scheint das Gehen noch schwieriger zu sein als bergauf.
Trotz aller Probleme freut sich Paule auf jeden kleinen Spaziergang und ist mit Begeisterung dabei:

Möglicherweise leiden Tina und ich mehr als Paule. Diese Woche haben wir eine 'Beule' am unteren Ende der Rippen gefunden und befürchtet, es könne ein Tumor sein. Wieder wurde der TA gerufen. Na ja, Tumore wachsen nicht von einem Tag auf den anderen. Der TA hat ein Punktat (mit der Spritze rein stechen und Flüssigkeit rausziehen) entnommen und Blut gefunden, also ein Hämatom (blauer Fleck). Paulchen muss sich irgendwo gestoßen haben, eventuell an der Ecke des Couchtisches. Daraufhin haben wir die Möbel im Wohnzimmer umgestellt, damit solches nicht mehr passieren kann. Inzwischen ist die Beule auch wieder viel kleiner.
Ich habe einen Kollegen angerufen, der vor kurzem auch einen Kreuzbandriss hatte. Der hat mir erzählt, er hätte praktisch neu Laufen lernen müssen. Das geht Paule genauso. Er ist manchmal noch sehr unsicher auf den Beinen.

Ausserdem kostet das Laufen, auch wenn es schon viel besser geht, sehr viel Kraft und Paule muss sich oft erst mal ausruhen. Das ist übrigens der Weg, den wir heute geschafft haben:

Hier wartet Paule, dass Tina und Cessy endlich auftauchen:

Ich finde es sehr erstaunlich, mit welcher Geduld Paule alle diese Schwierigkeiten meistert. Seine gute Laune hat er nicht verloren. Bei jedem Start eines - wenn auch kleinen - Spazierganges stürmt er mit dem Schwanz wedelnd voran, auch wenn er bisweilen dabei humpelt.
Ich bin ehrlich beeindruckt von solch innerer Größe, obwohl sich das möglicherweise pathetisch anhört.
Es gab letzte Woche einen Rückfall. Paule hat sich irgend etwas gezerrt oder sich weh getan. Auf einmal waren wir wieder um Wochen zurückgeworfen. Aber mittlerweile geht es wieder aufwärts. Mental ist Paule auf jeden Fall gut drauf. Er frisst und schaut sich alles mich wachen Augen an!

Da Ihn das Gehen sehr anstrengt, schwitzt er leicht. Deshalb der Schaum am Maul. Aber sonst geht's ihm gut. Zu bemerken ist auch, dass er auf dem Weg hin alles will und soweit geht, wie ihn seine Pfoten tragen. Der Rückweg ist immer schwierig, weil die Motivation fehlt, es geht ja wieder nach Hause.
Paule hat sich einen Hoppelgang zugelegt, der besonders bei einem Wolf ein wenig komisch ausschaut. Hier kannst Du das in einem Videoclip sehen. Das lohnt sich aber nur, wenn Du DSL hast. der Clip ist fast 10 MB.
Inzwischen nehmen die Fortschritte zu. Vor zwei Tagen habe ich die Außentreppe für Paule freigegeben und er kann wieder in den unteren Bereich des Gartens gelangen, wo auch die Spielwiese (im wahrsten Sinne des Wortes) ist. Cessy und Paule spielen wieder 'Ich-Beiss-Dich-ins-Bein' und 'Das-Imperium-schlägt-zurück'.

Das Bild zeigt, dass die Wunde sehr gut verheilt ist. Jetzt müssen wir nur aufpassen, dass Paule nicht zu übermütig wird.
Es ist ihm anzusehen, dass er wieder glücklich ist. Es geht zwar noch nicht alles so wie vorher, aber jeden Tag besser.

Cessy: "Jetzt zeige ich Dir mal die dunkle Seite der Macht! Du Wicht!"

Cessy: "Ich hab's ja nicht so gemeint. Aber lass' Dich bitte nicht mehr einfach auf mich fallen."
Paule: "Geht klar, ich denke halt nur noch an die Fußball WM".

Paule: "Hey, Cessy, das Imperium liegt am Boden! Rette uns, Jedi!"
Cessy: "Quatsch, es gibt Abendessen."
Heute war ein ganz großer Tag: Paule darf wieder frei laufen. Inzwischen schaffen wir fast wieder die Distanz der Spaziergänge, die wir vor dem Kreuzbandriss zweimal am Tag mit ihm gegangen sind. Seit drei Tagen muss Paule auch keine Pause mehr machen, weil er zu erschöpft ist.
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| Paule und Cessy gehen wieder gemeinsam auf Entdeckungstour! |
"Ai, Cessy, wer waar'n douu douu?" |
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| "Also, ich würde sagen, das war der Max". "Könnte sein, Lakritznase.". |
"Hey Cessy, Du musst nicht meinen, dass Du allein schnüffeln kannst. Ich bin wieder da!" |
Wer möchte, kann sich gerne einen kleinen Clip anschauen, der zeigt, wie gut es Paule wieder geht.
Bleibt nur noch, denen zu danken, die uns wirklich geholfen haben. Das waren Elona Kremer sowie einige Freunde und Dr. Lothar Datan. Vielen Dank!
Donnerstag, 4.1.2007
Nie hätte ich gedacht, dass sich Paule jemals ganz von dem Kreuzbandriss erholt. Den ganzen Sommer 2006 gab es immer wieder kleine Rückschläge.
Jetzt sind wir aber zurück von unserem Weihnachtsurlaub und haben Bilder mitgenommen, die zeigen, dass Paule wieder ganz der alte ist.
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Eine Fortsetzung wird hoffentlich nicht folgen!
Leider gab es doch eine Fortsetzung, nur ganz anders, als wir jemals gedacht hätten.
Donnerstag, 1.4.2010
Wir sind mit Paule in die Klinik von Dr. Datan gefahren, um ihn untersuchen zu lassen, denn Paule zeigte mehr und mehr Probleme beim Spazierengehen. Er musste sich immer öfter hinsetzen, obwohl die Witterung noch immer kühl war. Anfangs hatten wir dies immer noch auf den damaligen Kreuzbandriss zurückgeführt, wollten es dann aber genauer wissen. Mir war auch aufgefallen, dass Paule beim Trinken das linke Bein in der Luft hält, während der Kreuzbandriss ja das rechte Bein betraf.
Die Diagnose war alles andere als ermutigend: Verdacht auf Knochenkrebs. Es wurde sofort eine Biopsie durchgeführt. Jetzt mussten wir noch zwei Wochen auf das Ergebnis warten. Das Röntgenbild, welches uns Dr. Datan zeigte, sah allerdings nicht gut aus. Paules Hausarzt meinte schon kurz danach: "Wir reden hier von Tagen, wenn das wirklich stimmt.". Uns beruhigend meinte er auch: "Und lassen Sie es 100 Tage sein.". Er wollte uns damit klar machen, dass hier ein Prozess abläuft, an dem wir nichts mehr ändern können.
Dienstag, 13.4.2010
Dr. Datan hatte die Proben an zwei Institute zur Auswertung gegeben. Er teilt mir mit, dass sie Ergebnisse nicht eindeutig seien. Während ein Institut keinen eindeutigen Verdacht auf Knochenkrebs, hat sich das andere Institut für einen Verdacht entschieden.
Wir schöpfen neue Hoffnung, dass die Sache vielleicht doch nicht so schlimm ist, und wollten jetzt erst einmal abwarten, bis die Wunde von der Biopsie verheilt ist.
Freitag, 16.4.2010
Ich komme von meiner Dienstreise zurück. Tina erzählt mir, dass sie die beiden Hunde immer nur 'kurz in den Wald gehalten hätte'. Ich brauchte mit Paule bis zu der kleinen Friedhofskapelle 10 statt 3 Minuten für die 200 m. Der Rückweg (bergab) dauerte fast 30 Minuten, weil Paule praktisch nur noch auf drei Beinen gelaufen ist.
An diesem Abend hatten wir eingesehen, dass wir mit Paule in der nächsten Zeit nicht mehr Gassi gehen können. Wir hatten immer noch Hoffnung und dachten, dass sich sein Zustand bessert, wenn die Wunde erst einmal abgeheilt ist; denn Paule war ansonsten immer noch mit bei der Sache, hat mit Appetit gefressen, sein Geschäft gemacht und auch sonst an allem teilgenommen.
Doch von Tag zu Tag hat er sich immer weniger bewegt, obwohl er starke Schmerztabletten und Cortison bekam. Mittlerweile war die Situation so, dass Langzeitnebenwirkungen von Medikamenten keine Rolle mehr spielten.
Dienstag, 27.4.2010
Wir mussten Paule einschläfern lassen, da zu befürchten war, dass er demnächst einen schlimmen Unfall erleidet. Der Krebs zerfrisst den Knochen, so dass er leichter brechen kann. Paule konnte praktisch gar nicht mehr laufen (auf drei Beinen und Schmerzen im vierten) und hat sich von einem Ort zum anderen geschleppt, trotz der starken Schmerzmittel. Jeden Tag mussten wir damit rechnen, dass er sich durch eine ungeschickte Bewegung einen Bruch des Knochens zuzieht und noch mehr leidet. An diesem Punkt war es unsere Pflicht, ihn zu erlösen.
Jeder, der einen Wolfshund bei sich hat, muss sich darüber klar sein, dass er möglicherweise eines Tages eine solche Entscheidung zu treffen hat; denn nur 15 % aller Wolfshunde erreichen ein Alter von 10 Jahren. Paule wurde 6 Jahre alt und liegt damit im Durchschnitt. Wie auch immer, wir möchten keinen Tag missen, den wir mit ihm zusammen waren. Er war ein toller Hund und ein großartiger Lebensabschnittsgefährte, den wir nie vergessen werden.
Einen kleinen Nachruf findest Du auf unserer Regenbogenseite.